KIRCHNER. PICASSO

15. Februar bis 3. Mai 2026

“Glaser habe ich geschrieben, dass ich eine internationale Ausstellung erwarte, wo Picasso und ich nebeneinander hängen sollen.” 

Kirchner an Frédéric Bauer, 28.01.1933
 

Dora Maar
Portrait de Picasso, Paris, studio du 29, rue d'Astorg (bras croisés, assis, de face), Winter 1935-36, Centre Pompidou
© Centre Pompidou, MNAM-CCI, Dist. GrandPalaisRmn/ image Centre Pompidou, MNAM-CCI
E.L. Kirchner. Selbstporträt vor dem Wildbodenhaus, nach 1935, Ernst Ludwig Kirchner Archiv, Wichtrach/Bern

1933 schrieb Ernst Ludwig Kirchner selbstbewusst, er erwarte eine internationale Ausstellung, in der seine Werke neben jenen von Pablo Picasso gezeigt würden. Was damals Wunsch blieb, wird nun Realität: Kirchner.Picasso bringt zwei der prägendsten Künstler der Moderne erstmals in einen direkten visuellen Dialog.
 

Die Ausstellung lädt dazu ein, zwei grosse Namen der Kunstgeschichte neu zu sehen – differenziert, vergleichend und überraschend aktuell.
 

Beide Künstler arbeiteten in einer Epoche tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Industrialisierung, Urbanisierung und politische Spannungen forderten neue künstlerische Antworten. Kirchner wie Picasso entwickelten eigenständige Bildsprachen, mit denen sie auf ihre Gegenwart reagierten und die Moderne nachhaltig prägten.


Im Zentrum der Ausstellung steht die Malerei, ergänzt durch ausgewählte grafische Arbeiten, Zeichnungen und Skulpturen. Rund 100 Werke und zahlreiche internationale Leihgaben aus bedeutenden Sammlungen eröffnen neue Perspektiven auf das Werk von Kirchner und Picasso.

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938)
Zwei Frauen auf der Strasse, 1914
Öl auf Leinwand, 121.2 x 90.4
© bpk / Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen,
Düsseldorf / Achim Kukulies
Pablo Picasso (1881-1973)
Frau in Grün (Femme en vert), 1909
Öl auf Leinwand, 100,3 x 81,3 cm
Van Abbemuseum, Eindhoven
Foto © Peter Cox, Eindhoven
© Succession Picasso / 2025, ProLitteris, Zurich
Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938)
Nackte liegende Frau, 1931
Öl auf Leinwand, 149,9 x 90,3 cm
Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 1990
Foto © Stephan Bösch
Pablo Picasso (1881-1973)
Kopf eines jungen Mädchens (Tête de jeune fille), 1929
Öl auf Leinwand, 61 x 38 cm
Hermann und Margrit Rupf-Stiftung
Kunstmuseum Bern
Foto © Kunstmuseum Bern
© Succession Picasso / 2025, ProLitteris, Zurich

Picasso gilt als Schlüsselfigur des Kubismus, Kirchner als zentrale Stimme des Expressionismus. Beide stehen für künstlerische Erneuerung. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Jahr 1932, als Kirchner die grosse Picasso-Retrospektive im Kunsthaus Zürich besuchte. Die intensive Auseinandersetzung mit Picassos Werk wirkte nach und führte bei Kirchner zu einer markanten Weiterentwicklung seiner Malerei, insbesondere im sogenannten Neuen Stil.

Die Ausstellung hinterfragt die lange gepflegte Trennung ihrer Werke und lädt dazu ein, Kirchner und Picasso neu zu betrachten – nicht hierarchisch, sondern auf Augenhöhe. Sichtbar werden Unterschiede ebenso wie unerwartete Nähe, formale Parallelen ebenso wie unterschiedliche künstlerische Haltungen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Kirchner Museum Davos und des LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster.